Dienstag, 14. Januar 2014

Abenteuer-Urlaub II pt.2

Und schon ist wieder Routine drin. Aufstehen, Zaehne duschen und so weiter. Nur diesmal habe ich große-groeßte Probleme, mich der Muedigkeit zu erwehren. Der Fußmarsch zum Hauptbahnhof zieht sich ewig, mein Fuß schmerzt, ich habe Hunger, ich will nach Hause. Den Traenen nahe, kaempfe ich mich die Stufen hinauf vorbei an den unfreundlichsten Gesichtern, die der Morgen zu bieten hat. Tut denen auch der Fuß weh? Oh jetzt ist es bereits zu spaet fuer das Fazit des Tages. Vielleicht koennen wir die zusammenfassende Auswertung ja morgen noch irgendwie unterbringen.
Also dann beginnt langsam der Refrain des alten Liedes. S-Bahn, Straßenbahn, Rewe usw. ...Doch halt, der Prinz goennt sich nur eine Flasche Mate-Imitat? Anzeichen einer bevorstehenden Revolution in Nepal? Steht das No-Spy-Abkommen vor dem Aus? Oder moechte jemand einen auf sparsam machen? Das laesst sich wohl nicht mehr abschließend klaeren. In einer Scheibe habe ich einige Probleme mich zu erkennen. Ich frage mich, wo meine wunderschoenen Augen geblieben sind. Der Typ, der sich im Glas spiegelt, sieht aus, als haette er sich vor kurzem ne Familien-Packung Haschkekse gegoennt, so klein sind die Sehschlitze.
Im Archiv steppt schon wieder der Baer. Ich nehme Platz, oeffne die mir zugedachten Kartons, einen nach dem anderen, und scanne, als waere es mein letzter Tag.  (Apropos Scannen, neben dem Scanner, den ich aus Bequemlichkeit im Archiv gelassen habe, befindet sich mein Ladegeraet. Da hat es sich wohl verlaufen. Oder ich habe es uebersehen. Nur eine Option davon kann der Wahrheit entsprechen) Dokument ueber Dokument, Plaene, Entwuerfe und unter all dem Zeug schließlich eine Gliederung mit dem Verweis auf die Spielkonzeption des DFV als Anlage 1. Ich denk mir nur, das ist genau das, wonach ich gesucht habe, jetzt haben sich die 300€ Kosten fuer die Archivreise schlußendlich also doch gelohnt. Dann bemerke ich, die Anlage fehlt. Anlage 2 bis unendlich sind vorhanden. Ausschließlich die erste wurde wohl versehentlich verschluckt. Nun warte ich also nur noch, dass der Geschaeftsfuehrer erscheint, um zu versuchen mir noch ein bissl Kohle aus dem Loch in meinem Portemonaie zu leiern. Aber ne, die Bombe ist zwar scharf, zur Explosion kommt es aber nicht.
Die verbleibende Zeit nutze ich, um alles was eine Ziffer und den ein oder anderen Buchstaben mit sich fuehrt, zu digitalisieren. Das Pfeifen des Scanners verkommt zum Grundrauschen in den Weiten der Geschaeftstelle. Das USB-Kabel aechzt unter der Last der Daten. Ploetzlich zeigt die Uhr an, es ist soweit. Und so packe ich alles ein, was ich mitgebracht habe und verlasse das Archiv in der Vorfreude auf den Tatort. Die Furtwaenglern laeuft heute (das ist die Gespielin von Sonny-Boy Burda).
In meiner Bleibe angekommen, speise ich kurz zu Abend und schalte den riesigen Fernseher an. Mit dem Gebrabbel vieler untalentierter "Schauspieler" im Hintergrund ordne ich die gescannten Dokumente und beende den Tag mit einem lauten Seufzer. Die Augen fallen zu und lassen sich leider nicht mehr oeffnen. Da kann ich ja auch schlafen.
Bis bald. Euer Himppe

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