Mittwoch, 15. Januar 2014

Abenteuer-Urlaub II pt.3

Die Daemmerung ist noch fern, aufstehen muss ich trotzdem. Da kennt der Tagesablauf kein Pardon. Da sagt er ganz unverhohlen Cest la vie. Der vorlaeufig vorletzte Tag in Berlin beginnt. Mir dessen bewusst, beginnt die Wehmut einzusetzen. Und zack, ist sie auch schon wieder vorbei. Es gibt viel zu tun. Das Fazit des Tages:

ja, doch.

Den ganzen Logistik-Kram lasse ich jetzt mal außen vor. Im Rewe gibts wieder ein paar Aepfel meiner Lieblingssorte: Oma Schmidt. Unweit davon greife ich zum Mate-Imitat. Heute wieder zwei Flaschen. Schließlich muss ich heute nochmal einen entscheidenden Schritt nach vorn machen.
Wie immer in den letzten Wochentage klingele ich, damit man mich hineinlaesst. Der Geschaeftsfuehrer drueckt auf einen Knopf an seinem Thron, das Tor oeffnet sich, die Zugbruecke wird hinuntergelassen. Nun kommt es zum Showdown, denke ich, aber nix. Man winkt mich durch und schließt mir die kleine Kammer im Elfenbeinturm auf. Ich lege los.
Die Zeit ist streng rationiert. Erfreulicher- wie auch seltsamerweise bleibe ich bestaendig im Zeitplan. Zur Halbzeit liege ich sogar mit 15Minuten in Fuehrung, doch ein paar Schluck Wasser, zwei Aepfel und ein paar Gedankenspruenge spaeter faellt bereits der Ausgleich. Jetzt gilt es, den Druck hochzuhalten. Eine erneute Pause zum Zweck der Essensaufnahme ist vorerst nicht moeglich. Und es kommt, wie es kommen musste, der Koenig tritt herein. Ob ich fleißig alles digitalisiere. Und ueberhaupt. Ich bejahe und erwaehne beilaeufig die Schwierigkeiten, die mit der Arbeit im Archiv zusammenhaengen. Er nickt verstaendnisvoll und verschwindet wieder. Gut gemacht Himppe! Wenngleich die Uhr weiterlief. Fortan lese ich nur noch fluechtig, alles was nuetzlich erscheint wird gleich in den Computer gejagt, die Aufloesung ist eh schon auf die Haelfte reduziert (wenn ueberhaupt, spart das eine Sekunde pro Scanvorgang, aber wohl eher gar nichts außer Festplattenkapazitaet).
Mehrmals gehe ich in den Raum, in dem die Unterlagen in Kartons untergebracht sind und besorge mir neue Papierstapel. Auswertungen, Vorlagen und allerlei Geschriebenes bis die Augen schwitzen. Und noch bevor ich wieder in meinem Quartier bin, ist meine Zeit vorrueber. Gegen dreiviertel Vier am Nachmittag schalte ich den Rechner aus, packe alles was mir gehoert in meinen Rucksack, bis auf meinen Rucksack, denn sonst wuerde ich Gefahr laufen, mich zu verheben. Noch jedem nen schoenen Feierabend wuenschen, dann ab in die Straßenbahn. Handy raus. Nachrichten beantworten, schauen, was in der weiten Welt des kommerzialisierten Profifußballs so Interessantes passiert ist und wie von Zauberhand stehe sich auch schon vor der Wohnungstuer. Rein da, Schuhe aus, Jacke aus, Glotze an, Rechner raus, Rechner an und all die spannenden Dinge, die der Abend noch so mit sich bringt (inklusive Abendessen, Zaehne putzen, Rechner aus und Sachen fuer meine Heimfahrt packen). Naja und dann ist es ja auch schon jetzt. Der doofe Kommisar Beck langweilt mich zu Tode. Vielleicht ist er ja auch der Moerder?
Bis bald. Euer Himppe.

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